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Hohe Auszeichnung für Christian Hackenberger

14.05.2018 / Der Berliner Christian Hackenberger erhält für seine Erfolge im Bereich der Peptidforschung den „Leonidas Zervas Award 2018“ von der „European Peptide Society“. Der Preis zählt zu den bedeutendsten Preisen auf dem Gebiet der Peptidforschung.

Christian Hackenberger

Prof. Dr. Christian Hackenberger, Foto: Silke Oßwald

Prof. Dr. Christian Hackenberger, Bereichsleiter am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und Leibniz-Humboldt-Professor (W3) für Chemische Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, wird mit dem „Leonidas Zervas Award“ ausgezeichnet. Der Chemiker erhält die Ehrung für seine bedeutenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Peptide. Der Preis wird am 26. August 2018 im Rahmen des „35. European Peptide Symposium“ in Dublin verliehen.

Zur Forschung von Christian Hackenberger
Proteine regulieren viele Signalwege in der Zelle und steuern gesundes Leben, aber bereits kleine Modifikationen an Proteinen können uns krank werden lassen. Beispiele für häufig vorkommende Veränderungen sind Phosphorylierungen und Glycosylierungen, aber auch andere posttranslationale Modifikationen wie Acetylierung, Ubiquitylierung und Methylierung, die wie „Wechselschalter“ zwischen Gesundheit und Krankheit agieren.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Chemischen Biologie untersuchen solche Modifizierungen von Proteinen und versuchen sie zu kontrollieren, um die biologische Rolle von posttranslationalen Modifikationen grundlegend zu verstehen.

Das Labor von Christian Hackenberger hat zu diesem Zweck bereits mehrere chemische Reaktionen entwickelt, um Proteine sowohl in isolierter Form als auch in lebenden Zellen oder Organismen gezielt zu modifizieren. Hierbei konnte seine Arbeitsgruppe natürlich vorkommende Modifikationen nachweisen und deren Funktion untersuchen, besonders am Beispiel des Alzheimer-relevanten Tau-Proteins.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten von Christian Hackenberger ist die Forschung an neuen Medikamenten auf Basis von Proteinen. Hierbei verwendet er ebenfalls hochselektive organisch-chemische Reaktionen für die Herstellung von sogenannten Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten. Ein Erfolg dieser Forschung ist die mit der LMU München gemeinsam geplante Ausgründung des Start-ups „Tubulis Technologies“, das neue besser verträgliche Krebsmedikamente auf Basis von solchen Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten entwickeln möchte und im März 2018 mit dem Leibniz-Gründerpreis der Leibniz-Gemeinschaft ausgezeichnet wurde.

Zur Person
Christian Hackenberger studierte an den Universitäten Freiburg und Madison/Wisconsin (USA) und promovierte an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Als Postdoktorand forschte er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) und wechselte 2005 an die Freie Universität (FU) Berlin. Dort leitete er eine Arbeitsgruppe im Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Nach seiner Habilitation im Jahr 2011 wurde er an der FU auf eine Professur für Bioorganische Chemie berufen. Seine Arbeiten werden darüber hinaus auch als erste Forschungsgruppe überhaupt von der Boehringer-Ingelheim-Stiftung im Perspektiven-Programm „Plus 3“ gefördert.

Von 2008 bis 2012 war Hackenberger Sprecher und damit Koordinator des integrierten Graduiertenkollegs „Multivalenz in Chemie und Biochemie“ im Sonderforschungsbereich 765 der Freien Universität Berlin und seit 2012 Sprecher des DFG Schwerpunktprogramms 1623 „Chemoselektive Reaktionen für die Synthese und Anwendung funktionaler Proteine“. Hackenberger wurde mit dem Dozentenstipendium des Fonds der Chemischen Industrie und dem ORCHEM-Preis der Liebig-Vereinigung für Organische Chemie geehrt. Zudem ist er mit dem wichtigsten Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis, ausgezeichnet worden.

Seit 2012 ist er Leiter des Bereichs „Chemische Biologie“ am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und Leibniz-Humboldt-Professor (W3) für Chemische Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2018 ist er Mitgründer des geplanten Start-ups „Tubulis Technologies“; das Vorhaben ist kürzlich mit dem Leibniz-Gründerpreis ausgezeichnet worden.

Zur Auszeichnung „Leonidas Zervas Award“
Der „Leonidas Zervas Award“ wurde 1988 durch die „European Peptide Society“, einem Zusammenschluss von Peptidforschenden aus 26 Ländern, etabliert. Der Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen des jeweiligen „European Peptide Symposium“ vergeben. Er zählt zu den bedeutendsten Preisen auf dem Gebiet der Peptidforschung. Die Preisträger werden durch den „European Peptide Council“ gewählt.

Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

PRESSEMITTEILUNG des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) im Forschungsverbund Berlin e.V.

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