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Forschung zugänglicher machen

10.05.2017 / Dass Wissenschaft sich der Gesellschaft öffnen soll, wird seit langem gefordert. Einen wirklichen Dialog zu initiieren, ist jedoch nicht trivial. Das EU-Gemeinschaftsprojekt ORION will bestehende Hürden identifizieren und einen Wandel in den Institutionen herbeiführen. Das Ziel: wissenschaftliche Prozesse – von der Forschungsförderung, -organisation bis zur Durchführung von Projekten – für die Allgemeinheit zugänglicher machen. Zu den neun Partnern des Projekts, das in dieser Woche in Barcelona startet, zählt auch das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin.

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Wissenschaft soll der ganzen Gesellschaft offenstehen, erfahrenen Forscherinnen und Forschern ebenso wie Laien. Diese Idee der „offenen Wissenschaft“ oder „Open Science“ möchte die Europäische Kommission mit Hilfe ihrer Agenda der verantwortungsvollen Forschung und Innovation (Responsible Research and Innovation/RRI) in die Tat umsetzen. RRI unterstützt Organisationen darin, ihre Strategie, Praktiken und Prozesse an Grundsätzen der Ethik, Gendergerechtigkeit, Good Governance, Open Access, öffentlicher Teilhabe und Wissenschaftsbildung auszurichten.

Open Science fordert eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit an Forschungsprozessen und Teilhabe an den Ergebnissen der Forschung. Die Vorteile der offenen Wissenschaft werden zwar von allen Mitgliedern der EU anerkannt, jedoch ist der Übergang von der traditionellen Forschungslandschaft hin zur „Offenheit“ nicht immer leicht.    

Neue Wege der Zusammenarbeit von Gesellschaft und Wissenschaft
Das EU-geförderte ORION-Projekt wird nun in den nächsten vier Jahren  Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen dabei helfen, bestehende Hürden auf dem Weg zur offenen Wissenschaft zu erkennen und bei der Organisation und Durchführung von Forschungsprojekten einen entsprechenden Wandel auf institutioneller, kultureller und Verhaltensebene einzuleiten.

„Neue Arbeitsmodelle erfordern auch neuartige Ansätze an die Zusammenarbeit. Hierbei sind eine Reihe unterschiedlicher Akteure beteiligt, von Wissenschaftlern und Geldgebern über Verlage bis hin zu Patientenorganisationen, Bürgern, Studierenden und Lehrenden sowie Unternehmen“, sagt Michela Bertero, Koordinatorin des ORION-Projekts und verantwortlich für internationale und wissenschaftliche Beziehungen am Centre for Genomic Regulation im spanischen Barcelona.

Trainingskurse zu Open Science
Die meisten Forscherinnen und Forscher kennen das Konzept von Open Science bereits, haben aber Schwierigkeiten, es in den Laboralltag zu integrieren. Ein Ziel von ORION ist daher, Trainingsprogramme für das wissenschaftliche Personal zu entwickeln, um es so bei der Umstellung auf Open-Science-Prinzipien zu unterstützen. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ist federführend bei der Entwicklung dieser Trainingseinheiten. Diese Programme sollen Menschen in den Fördereinrichtungen genauso erreichen wie junge Wissenschaftler oder etablierte Gruppenleiter, und so die Voraussetzungen für flächendeckendes Open Science schaffen. Dies ist besonders wichtig bei kontrovers diskutierten Themen wie Tierversuchen, Genomeditierung oder der Forschungsförderung.

Co-Creation in der Wissenschaft
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts werden offene „Co-Creation-Experimente“ mit unterschiedlichen Beteiligten bilden. Mit ihnen werden Möglichkeiten erforscht, um wissenschaftliche Forschung partizipativer und integrativer zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie diese: Wie können Forschungseinrichtungen mit vielen unterschiedliche Interessensvertretern ins Gespräch kommen? Wie lässt sich Forschungsförderung integrativer gestalten? Wie kann der öffentliche Diskurs in strategische und inhaltliche Forschungsentscheidungen einfließen? Wie lassen sich Bürger in Projekte der Grundlagenforschung einbeziehen?

Öffentliche Diskussionen werden verschiedenen Akteure zu kontroversen Forschungsthemen an einen Tisch holen. Außerdem wird es Projekte aus der Grundlagenforschung geben, an denen sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch unterschiedliche Expertinnen und Experten beteiligt sein werden.

Wie die Ergebnisse des Projektes in die Tat umgesetzt werden
Anhand der Erfahrungen mit diesen experimentellen Formaten werden die ORION-Partner maßgeschneiderte Handlungspläne entwickeln, die sie intern umsetzen können und sich auch auf andere Organisationen übertragen lassen. Im Rahmen des Projekts wird ein breites Spektrum an Materialien, Bildungsunterlagen, Good Practices, Berichten und Publikationen entstehen, die möglichst weit und frei zugänglich in ganz Europa verbreitet werden.

Das vierjährige Projekt ORION wird mit 3,2 Millionen Euro aus dem EU-Rahmenprogramm Horizont 2020 finanziert. Zu den Partnern des Konsortiums zählen Vertreter aus der Grundlagenforschung in den Biowissenschaften, den Sozialwissenschaften, Förderorganisationen, Wissenschaftskommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Zivilgesellschaft. Das Projekt wird eng mit EU-LIFE zusammenarbeiten, eine Allianz von Forschungseinrichtungen in den Lebenswissenschaften aus dreizehn europäischen Ländern.

Über ORION 
ORION (Open Responsible Research and Innovation to further Outstanding Knowledge/Offene, verantwortungsvolle Forschung und Innovation für herausragenden Wissensgewinn) ist ein vierjähriges Projekt, das vom EU-Rahmenprogramm Horizont 2020 für Forschung und Innovation finanziert wird (Zuschussvereinbarung Nr. 741527). Das Projekt widmet sich dem Forschungsthema „SwafS-04-2016“ im Arbeitsprogramm für das Einzelziel „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft“ (Science with and for Society). Website: www.orion-openscience.eu (derzeit im Aufbau), Twitter: @ORION_OpenScien


Partner:
1.    Fundació Centre de Regulació Genòmica (CRG), Spanien
2.    Masarykova  Univerzita (MU), Tschechische Republik
3.    The Babraham Institute (BI), UK
4.    Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), Deutschland
5.    Instituto de Salud Carlos III (ISCIII), Spanien
6.    Vetenskap & Allmänhet (VA), Schweden
7.    Universitat Autònoma de Brcelona (UAB), Spanien
8.    Jihomoravske Centrum Pro Mezinarodni Mobilitu, Zajmove Sdruzeni Pravnickych Osob (JCMM), Tschechische Republik
9.    Fondazione ANT Italia Onlus (ANT), Italien

Associated partners:
1.    Building and Promoting Excellence in Life Science in Europe (EU-LIFE), Europaweit
2.    Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschland
3.    Biotechnology and Biological Science Research Council (BBSRC), UK
4.    Neuron Fund for Support of Science (NEURON),Tschechische Republik
5.    eLIFE (eLIFE), weltweit
6.    European Citizen Science Association (ECSA), Europaweit
7.    BIOCAT (BIOCAT), Katalonien
8.    Foster Platform (FOSTER), Europaweit

Quelle: MDC

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